Kuriositätenkabinett in Weilimdorf: TSG hadert mit Begleitumständen und Unterzahl
Es war eine jener Partien, die man so schnell nicht vergisst – leider aus den falschen Gründen. Bei der 1:3-Niederlage der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach beim TSV Weilimdorf rückte das Sportliche zeitweise fast in den Hintergrund. Ein verletzter Unparteiischer, ein improvisiertes Schiedsrichtergespann und eine höchst diskussionswürdige Rote Karte prägten einen turbulenten Nachmittag in der Verbandsliga.
Die Begegnung begann für die Weststädter denkbar ungünstig. Die Hausherren agierten druckvoll und nutzten in der 17. Minute eine ihrer ersten Chancen, als Daniel Baierle per Kopf zur Führung traf. Die TSG kämpfte sich in der Folge mühsam in die Partie, ehe es kurz vor dem Pausenpfiff zur großen Zäsur kam: Schiedsrichter Benjamin Schmidt verletzte sich in der 42. Minute ohne Fremdeinwirkung so schwer, dass er das Feld verlassen musste.
Was folgte, glich einem organisatorischen Kraftakt. Während ein Abbruch drohte, rückte Linienrichter Sascha Wirth in die Mitte. Da kein offizieller Ersatz auf den Rängen zu finden war, übernahm kurzerhand der Weilimdorfer Teambetreuer Hassan Lamari die Fahne an der Seitenlinie. In der verbleibenden Nachspielzeit der ersten Hälfte schien die TSG das Chaos besser wegzustecken: Nico Zahner schaltete nach Wiederanpfiff am schnellsten und markierte in der 45. Minute den psychologisch eminent wichtigen 1:1-Ausgleich.
Der Knackpunkt: Eine folgenschwere Fehlentscheidung
Die Hoffnung, den Schwung aus der Kabine mitzunehmen, erhielt jedoch früh einen Dämpfer. In der 52. Minute brachte Erdinc Bozoglu die Gastgeber per Hacke erneut in Front. Doch die eigentlich spielentscheidende Szene ereignete sich nur sechs Minuten später: Bei einem Klärungsversuch im Strafraum kam Philipp Tabatabai einen Schritt zu spät.
Während der Strafstoßpfiff vertretbar war, sorgte die anschließende Entscheidung von Ersatz-Referee Wirth für Fassungslosigkeit bei den Gästen: Er zeigte Tabatabai die Rote Karte. Da der Angriff unmissverständlich dem Ball galt, wirkte die verhängte „Doppelbestrafung“ (Elfmeter und Platzverweis) wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten und stieß im TSG-Lager auf massives Unverständnis. Tamer Fara ließ sich nicht beirren und verwandelte sicher zum 3:1-Endstand (64.).
Moral in Unterzahl wird nicht belohnt
Trotz numerischer Unterlegenheit warf die TSG in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne, doch gegen die nun tief stehenden Weilimdorfer fehlte die nötige Durchschlagskraft. Die Gastgeber beschränkten sich auf das Verwalten des Ergebnisses und ließen die TSG-Offensive nicht mehr zur Entfaltung kommen.
„Es war ein durch die Umstände völlig zerfahrenes Spiel“, bilanzierte man nach dem Abpfiff enttäuscht. „Die lange Unterbrechung und die unglückliche Rote Karte haben uns jeglichen Rhythmus geraubt. In Unterzahl war es gegen einen stabilen Gegner schwer, noch einmal zurückzukommen.“
Für die Mannschaft von Patrick Faber und Bastian Heidenfelder gilt es nun, den Fokus schnell wieder auf das Wesentliche zu richten und die bittere Pille in Stuttgart abzuhaken. Bereits am nächsten Spieltag will die TSG wieder mit spielerischen Mitteln – und hoffentlich unter gewöhnlichen Rahmenbedingungen – punkten.
TSG: Barth – Ruth, Wageman, Darius Tabatabai, Ziemer (67. Jonus) – Seidler (43. Bucan), Zahner, Freitag (75. Sanyang), Klenk (43. Köhnlein) – Ibrahim (75. Kuntz), Philipp Tabatabai.
Tore: 1:0 Daniel Baierle (17.), 1:1 Nico Zahner (45.), 2:1 Erdinc Bozoglu (52.), 3:1 Tamer Fara (64.).
Besondere Vorkommnisse: Philipp Tabatabai (Rote Karte)
Von Kai Eder



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